Teil 3: Die Lösung von Tapio

Auf der Ligna trifft sich im Rhythmus von zwei Jahren die internationale Holzindustrie. Weil die Digitalsierung auch vor dieser Branche nicht Halt macht, haben wir uns auf die Suche nach vernetzten Lösungen begeben. In Teil 3 besuchen wir Tapio in Nagold.

Einst wegen steigendem Platzbedarf aus der Hannover Messe herausgelöst, hat sich die Ligna nach eigenen Angaben als Weltleitmesse der Holzindustrie etabliert. Hier dreht sich alles um den nachwachsenden Rohstoff, und zwar von der Ernte bis zur Fertigung. So beschaulich wie in einer kleinen Schreinerei geht es auf industrieller Ebene leider nicht zu. Hier kommt großes Spezialgerät wie Plattenaufteilsägen, CNC-Bearbeitungsportale oder Kantenanleimmaschinen zum Einsatz. Anstelle klassischer Handarbeit läuft hier eine automatisierte Fertigung.

Drei Unternehmen – drei Lösungen

Um die Prozesse transparenter und effizienter zu gestalten, hält auch in dieser Branche Digitalisierung Einzug. Von den unterschiedlichen Lösungen für die Holzindustrie, wie sie auf der Ligna zu sehen sein werden, wollen wir hier drei etwas näher betrachten.

 

Station 3: Bei Tapio vor Ort

Das dritte Unternehmen unserer Rundreise hat sich komplett auf Holz spezialisiert – eine der ältesten Ressourcen der Welt. Maschinen, Werkzeuge und Prozesse sind immer moderner, präziser und vor allem effektiver geworden − Produkte aus Holz werden längst schon im großen Maßstab industriell gefertigt. Wie sieht ein digitales Holz aus? Was wäre möglich, wenn zum Beispiel Maschinen, Werkzeuge und Materialien miteinander kommunizieren könnten? Dies waren Fragen, die die Gründer von Tapio Ende 2016 bewegt haben, denn in vielen Industrien konnte man beobachten, wie gestandene Firmen von außen überholt wurden. Neudeutsch gerne mal „disrupted“ wurden. Damit das in der Holzbranche nicht passiert, ermöglicht Tapio der Vielfalt der Industrie den Sprung in eine digitale Zukunft. Und wie soll das funktionieren?

Nachdem die Plattenaufteilsäge SAWTEQ B-300 von Homag mit der Plattform verbunden wurde, zeigt Julian Spöcker die Einsatzbereitschaft per Smartphone.

Kooperation als Zukunftsgarant

Tapio schafft mit seinen derzeit 31 Business-Partnern (verdreifacht innerhalb eines Jahres) ein Ökosystem für die Holzindustrie, um seine Mission zu verwirklichen. Ökosystem bedeutet, dass die Geschäftspartner (z. B. Maschinen-, Werkzeug- und Materialhersteller) die Überzeugung teilen, dass die Zusammenarbeit für die digitale Zukunft entscheidend ist. Tapio unterstützt seine Partner bei der Realisierung ihrer digitalen Lösungen, indem es die Entwicklung und den Betrieb gemeinsamer Funktionalitäten übernimmt. Auf diese Weise können sich die Partner auf ihr Fachwissen konzentrieren, anstatt sich zu einem Technologieanbieter zu entwickeln. Aber worum geht es nun bei Tapio und was macht es so reizvoll für die Holzverarbeitung? Julian Spöcker, Leiter Vertrieb, formuliert es so: „Unser Ökosystem besteht aus einer lösungsorientierten Zusammenarbeit sowie einer gemeinsamen Technologieplattform. So entstehen intelligente Anwendungen für Kunden jeder Größe. Der Alltag eines Schreiners z. B. ist sehr „bunt“, mit Maschinen, Werkzeugen und Materialien von verschiedenen Herstellern. Mit dem ‚Tapio Machineboard‘ hat der Maschinenbediener immer einen aktuellen Zustand seiner Maschinen verschiedener Hersteller auf seinem Smartphone. Er wird vorbeugend informiert, wenn z. B. ein Bedienereingriff wie Werkzeug- oder Etikettenrollenwechsel notwendig ist und kann so deutlich besser und schneller Stillstände vermeiden. So finden die Kunden diese Vielfalt ihrer physischen Welt nun digital auf der offenen Plattform abgebildet.“

Arne Mömesheim, Product Management Panel Dividing bei Homag, erläutert, wie die SAWTEQ B-300 „tapio-ready“ wird.

Spezialisierte Applikationen

Digitale Produkte, die für mehrere Partner entstehen, sind bereits verfügbar. So ermöglicht z. B. die zuvor erwähnte App Machineboard dem Nutzer, ortsunabhängig über sein mobiles Endgerät den Status seiner Maschinen in Echtzeit im Blick zu behalten. Ein weiteres Beispiel einer Applikation für mehrere Partner ist das ‚Serviceboard‘. Mit diesem kann der Anwender Servicefälle inklusive Bilder schnell und einfach anlegen und seinem Servicepartner schicken. Beide – also Servicepartner und zum Beispiel der Schreiner – können zudem mit der Videofunktion per Smartphone oder Tablet gemeinsam den Servicefall begutachten, analysieren und gemeinsam lösen. Das macht die Maschinen schnell wieder verfügbar und spart Kosten. Auch Partnerunternehmen bieten bereits erste eigene Lösungen auf der Plattform Tapio an. So soll etwa die Zuschnittoptimierung ‚intelliDivide‘ vom Unternehmen Homag die Effizienz im Zuschnitt auf ein neues Level heben. Tapio profitiert in puncto Datensicherheit von großen Anbietern. Viele Studien zeigen, dass internetbasierte Lösungen deutlich sicherer sind als bisherige lokale Systeme. Sicherheit ist für die großen Anbieter von Rechenleistung aus dem Internet eine wesentliche Komponente, aus diesem Grund wird dort extrem viel Aufwand betrieben und viel mehr Erfahrung gesammelt. Damit bleiben die Anbieter immer auf dem neusten Sicherheitsstand.

Videoreportage

In der Videoreportage gewähren Julian Spöcker von Tapio und Arne Mömesheim von Homag einen Einblick in die Möglichkeiten der Tapio-Platform. Schauen Sie gleich mal rein:

 

 

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Quelle: SUMMER of ENGINEERING

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