Was bringt Industrie 4.0 für Deutschland?

Industrie 4.0 für Deutschland

Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben die drei wichtigsten Industrieverbände Bitkom, VDMA und ZVEI gefragt.

Industrie 4.0 für Deutschland„Deutschland war immer eine große Industrienation – aber nur mit Industrie 4.0 können wir diese Stellung künftig behaupten. Die Vernetzung von Menschen, Maschinen und Anlagen ist eine zentrale Voraussetzung, um weiterhin im internationalen Wettbewerb zu bestehen und um Arbeitsplätze zu sichern. Dieser Ansicht sind auch 75 Prozent der Industrieunternehmen, wie eine Bitkom-Studie zeigt. Fast noch wichtiger: Industrie 4.0 bietet die Chance, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und damit neue Märkte zu erschließen. Hierfür braucht es Investitionen, Know-how – und vor allem den Mut, ausgetretene Pfade zu verlassen. Damit Deutschland eine große Industrienation bleibt.“

Wolfgang Dorst ist Bereichsleiter Industrial Internet und 3D-Druck bei Bitkom in Berlin

Industrie 4.0 für Deutschland

„Wir produzieren unsere Zukunft: Mit Industrie 4.0 verschmelzen IT-Technologien mit Produktionstechnologien, um innovative Produkte und Lösungen zu schaffen sowie mehr Individualität und Effizienz zu erreichen. Industrie 4.0 ist damit eine entscheidende Quelle für zukünftigen Wohlstand und Arbeitsplätze in Deutschland. Ziel muss es sein, dass Deutschland sich weltweit als Gravitationszentrum einer digitalisierten Industrie positioniert, dabei kommt dem Maschinen- und Anlagenbau eine Schlüsselrolle zu. Denn der Maschinenbau ist Anbieter und Anwender von 4.0-Technologien und er verbindet Big Data mit Big Thinking, also Korrelation mit Kausalität.“

Hartmut Rauen ist stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA in Frankfurt

Industrie 4.0 für Deutschland„Es geht um nichts Geringeres als um die Zukunftsfähigkeit des Standorts Deutschland. Die USA und China sind Wettbewerber auf Augenhöhe. Wir müssen uns im Klaren sein, dass es uns jede Menge an Anstrengung kosten wird, uns in diesem Markt zu behaupten. Unsere bisherige Arbeit ist allerdings exzellent und muss sich im internationalen Vergleich nicht verstecken. Mit dem im ZVEI entwickelten Referenzarchitekturmodell RAMI 4.0 führen wir die internationale Debatte um Industrie 4.0 an: Wer Industrie 4.0 verstehen will, der kommt an Deutschland nicht mehr vorbei.“

Gunther Koschnick ist Fachverbandsgeschäftsführer Automation beim ZVEI in Frankfurt

 

Pin It
Dirk Schaar

About Dirk Schaar

Ich bin seit fast 20 Jahren in Automatisierung und Antriebstechnik unterwegs, weil mich die Technik-Themen immer wieder faszinieren und begeistern. Ich möchte meine Entdeckungen, Erlebnisse und Recherchen gerne mit meinen Lesern teilen - ob online oder in Print - und sie durch ihre Arbeitwelt begleiten. Industrie 4.0 und vernetze Technologien spielen dabei heute und in Zukunft eine wichtige Rolle. Möglichst viele Facetten möchte ich bei SUMMER OF ENGINEERING aufzeigen - informativ, tiefgreifend, spannend, menschlich, lesenswert und charmant.

One thought on “Was bringt Industrie 4.0 für Deutschland?

  1. Wenn man die Robotik-Literatur http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=423989 mal genauer unter die Lupe nimmt, fällt schnell auf, dass zumindest anfänglich CIM, Industrie 4.0 und Robotisierung vor allem eines bewirken: einen Boom bei höherwertigen Arbeitsplätzen. Ich konnte das hautnah bei der Einführung einer (damals nur auf Mietbasis beschaffbaren) IBM 370 in einem mittelständischen Unternehmen in den sechziger Jahren erleben. Das Ergebnis war, dass zwar scheinbar etwas an Personal in Buchhaltung, Kostenrechnung und Personalwesen (Statistische Auswertungen) eingespart wurde, dass jedoch zur Betreuung und Programmierung (SAP/ERP gab es damals nicht, alles wurde vor Ort ’neu erfunden‘) mehr und vor allem teureres Personal vorgehalten werden musste, als ‚eingespart‘ wurde. Lediglich die Verfügbarkeit von Berichten beschleunigte sich etwas, getrübt jedoch durch die Tatsache, dass es schwerer wurde, deren Korrektheit zu beurteilen. Auch in anderen Industriezweigen und zu anderen Phasen der Automatisierung hat sich meist zweierlei gezeigt: a) man kann nur automatisieren, wenn sich das lohnt, d.h. es wird langfristig Geld eingespart, das anderswo investiert werden kann (und seien es die ausgeschütteten Dividenden, die andere woanders anlegen! – angelegt wird immer!) und b) dabei erhöht sich die Produktivität. Bei erhöhter Produktivität steigen die Vergütungen und damit der Anreiz, sich am Arbeitsmarkt überhaupt zu beteiligen oder sich höher zu qualifizieren, um noch mehr ‚vom Kuchen‘ abzubekommen. Ich vermute, diese zwei Faktoren haben, Weberaufstände und Ludditen hin oder her, am Ende dazu geführt, dass es nach einer gewissen Anpassungs- und Übergangszeit bei höherer Beschäftigungsquote und höheren Gehältern weiterging, wenn der nächste Maschinisierungs- bzw. Automatisierungsschritt in der ‚Fläche‘ angekommen war. So wird es vermutlich auch diesmal sein. Ich war einer der ersten in Deutschland, Anfang der siebziger Jahre, der, alarmiert von den Prophezeiungen der Gewerkschaften bezüglich der Mikroprozessoren nach Cambridge/England fuhr, und sich dort mit der damals nur in Englisch verfügbaren Literatur zu Mikroprozessoren eindeckte – selbst der 8080 war da noch in der Entwicklung. Auch ich war skeptisch, aber das Gegenteil trat ein.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.